Damals waren wir Nummern, heute sind wir Menschen

26.08.2010 14:44:01 Permalink


Ein Dokumentarfilmprojekt mit SchülerInnen des OSZ für Bürowirtschaft und Verwaltung in Berlin-Lichterfelde im Jahr 2008

Hintergrundinformation zum Projekt:

Das 1942 erbaute KZ-Außenlager Lichterfelde, war eines von ca. 100 Außenlagern, die dem KZ Sachsenhausen unterstanden. In diesem Lager befanden sich jeweils 40% Deutsche und Polen, die restlichen 20% der Häftlinge kamen aus anderen Ländern. Insgesamt lassen sich 18 Nationen nachweisen. Bei den Häftlingen handelte es sich um so genannte Asoziale, Befristete Vorbeugungshäftlinge, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas und politische Häftlinge. Das Lager befand sich unmittelbar in ein Wohnviertel in Berlin-Lichterfelde Süd.

Projektbeschreibung:

Im Schuljahr 2008/2009 haben fünf SchülerInnen des Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung (Berlin-Lichterfelde) im Rahmen eines Abiturfaches einen Dokumentarfilm über das Arbeitslager mit betagten Zeitzeugen gedreht . Die Zeitzeugen waren in Berlin, da es jährlich am 8. Mai eine Gedenkveranstaltung gibt, an der sie teilnehmen. Die Zeitzeugen kamen aus der Ukraine, Polen, der Niederlande und Deutschland. Einige von ihnen hatten angegeben, 2008 zum letzten Mal die Reise nach Deutschland anzutreten, da es ihnen aus Altersgründen zunehmend schwerer fiele. Die Zeitzeugen blieben eine Woche in Berlin. Zusätzlich zu den Zeitzeugeninterviews, die ein Schwerpunkt des Dokumentarfilmes sind, wurde ein ausführliches Making-Off erstellt, dass den medienpädagogischen Prozess sichtbar macht. Das Projekt wurde abgeschlossen mit einer Premiere des 35 Minuten langen Films sowie dem Making-Off in einem bekannten Programmkino in Berlin, dem Bali Kino in Zehlendorf. Es waren über 120 Leute gekommen.

Als Vorbereitung für das Projekt gab es verschiedene vorbereitende Treffen, u.a. mehrere Interviewtrainings. Außerdem wurde eine ausführliche Kameraeinführung angeboten. Schlußendlich wurde in einem gemeinsamen Prozess das Konzept für den Film erarbeitet. Als Vorbereitung auf die Interviews beschäftigten sich die jungen Filmemacher/innen mit Fachliteratur, Archivdokumenten und vorhandenen Exponaten (zur Verfügung gestellt vom Verein Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V.). Die Materialien waren auch Teil der Dramaturgie des Dokumentarfilms und konnten dadurch die Aussagen der Zeitzeugen bildlich untermauern. In historischen Fragestellungen wurden sie vom Geschichtslehrer beraten. Die Jugendlichen haben insgesamt 6 Monate an dem Film zugebracht, insbesondere der Schnitt war sehr aufwendig und wurde in den Sommerferien komplett selbständig durch die Schüler/innen gemacht. Insgesamt waren 21 Stunden Material zustande gekommen. In dieser Produktionsphase gab es eine intensive Auseinandersetzung unter den Schüler/innen über die Bildsprache, der Dramaturgie und der Musik.

Besonders hervorzuheben ist, dass dieses medienpädagogische Projekt für die Schüler/innen als fünfte Prüfungskomponente für deren Abitur 2009 galt. Alle haben das Abitur mit erfolg bestanden. Weiter sollt erwähnt werden, dass die Zusammenarbeit zwischen einem historischen Verein mit lokalen Bezug (Initiative KZ Außenlager Lichterfelde e.V), einer Schule im gleichen Bezirk (Oberstufen für Bürowirtschaft und Verwaltung), sowie Metaversa e.V und dem Medienkompetenzzentrum im Bezirk (Meko Düppel) vorbildlich lief.

Zusätzlich zum Dokumentarfilm ist ein Making-Of der Dreharbeiten erstellt, um den medienpädagogischen Prozess transparent zu machen.

Der Film erhielt am 20. Juni 2009 beim „Video der Generationen 2009“, den zweiten Platz.

Am 14.11.2009 wurde uns für das Projekt "Damals waren wir Nummern, heute sind wir Menschen" der Sonderpreis des Medienpreises "MediaMax 2009" auf dem jugendFORUM überreicht.

Vom Dokumentarfilm wurde eine DVD mit ausführliches Booklet gepresst, dass interessierten Schulen und anderen Bildungseinrichtungen als Bildungsmaterial zur Verfügung steht.

Die medienpädagogische Betreuung sowie filmische Bearbeitung lag in der Verantwortung des Medienkompetenzzentrums Düppel und Metaversa e.V. Verantwortliche Personen des Projektes Tanya d´Agostino, Kirsten Mohri und Daniel Abma.

Das Projekt wurde gefördert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, der Medienanstalt Berlin Brandenburg (MABB) und dem Kulturamt des Bezirks Stegliz-Zehlendorf.

Kooperationspartner:

Medienkompetenzzentrum Düppel

Metaversa e.V.

Initiative KZ Außenlager Lichterfelde e.V.

Offener Kanal Berlin

OSZ für Bürowirtschaft und Verwaltung

Jugendamt Steglitz-Zehlendorf
V
JB Zehlendorf e.V.


Videos

Damals waren wir Nummern, heute sind wir Menschen

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35 Min | Clip direkt ansehen | Download AVI - 269 MB | 26.08.2010 | Hits: 1120
Team: 5 SchülerInnen des OSZ für Bürowirtschaft und Verwaltung in Berlin-Lichterfelde
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